letzte Änderung am 28.08.2009

Rettungshundestaffel der DLRG

Halle / Saalkreis

Mitglied im DRV

In Tonloch zu Tode gekommen

Taucher bargen Leiche eines 87-Jährigen Vermissten aus Neustadt und einen Schädel

 von Jan Möbius, 29.03.07, 21:24h, aktualisiert 29.03.07, 21:39h

 

Auch Taucher Karsten Jäger suchte nach dem 87-Jährigen. (MZ-Foto: Lutz Winkler)

Halle/MZ. Kaum ein Autofahrer, der am Donnerstagnachmittag auf der viel befahrenen Straße zwischen dem halleschen Ortsteil Dölau und der Saalkreis-Gemeinde Salzmünde unterwegs war, konnte etwas von dem ahnen, was sich hinter den Böschungen und Sträuchern am Fahrbahnrand abgespielte hatte. An dem einsam gelegenen Teich, der vor allem bei Anglern sehr beliebt ist, suchten Polizei, Taucher und Spürhunde der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) nach dem 87 Jahre alten Rentner, der seit Mittwoch als vermisst galt.

Der Mann war nach Angaben von Polizeisprecherin Ulrike Diener am Mittwochmittag mit dem Auto zu Hause in Halle-Neustadt losgefahren. Das sei nicht ungewöhnlich gewesen, er habe öfter solche Ausflüge gemacht, gern auch zu Gewässern. Weil er nicht zurückkehrte, hätten ihn Verwandte am Abend als vermisst gemeldet. Am Donnerstag gegen 11 Uhr habe dann ein 70-jähriger Angler die Polizei darüber informiert, dass am so genannten blauen Tonloch zwischen Dölau und Salzmünde ein unverschlossenes Auto mit geöffneter Scheibe stehe. Man habe festgestellt, dass es sich um das Fahrzeug handelt, mit dem der Vermisste unterwegs war. Zunächst sei eine Streifenwagenbesatzung vor Ort gewesen, wenig später dann seien weitere Polizeibeamte, die Feuerwehr und Mitglieder der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) eingetroffen. Ein Fährtenhund und ein Leichenspürhund wurden eingesetzt.

"Unsere Hunde haben am Rand des Sees bereits angeschlagen, so dass wir sicher sein konnten, etwas zu finden", so DLRG-Einsatzleiter Lutz Sacher. Taucher machten sich daraufhin im Wasser auf die Suche nach dem Mann, der etwa gegen 14.15 Uhr nur noch tot geborgen werden konnte. "Es gibt keine Hinweise auf ein Verbrechen", so Pressesprecherin Diener.

Im Verlauf der Suche haben die Taucher jedoch nicht nur den Toten entdeckt, sondern auch noch einen menschlichen Schädel. Die Suche nach weiteren Leichenteilen wurde gegen Abend beendet. Zur Person, die hier wahrscheinlich schon vor Jahren zu Tode gekommen ist, konnte die Polizei Donnerstag noch keine Angaben machen. "Die Ermittlungen werden noch eine ganze Zeit brauchen", sagte Ulrike Diener. Möglicherweise liege der Todeszeitpunkt zehn oder zwanzig Jahre zurück. Näheres dazu könne nur die Rechtsmedizin klären.

 

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