Mit einem Rums fällt die Bauruine zusammen
Haus in der Breiten Straße stürzt am Donnerstagabend ein - Niemand verschüttet
von Susanne Weihmann, 27.10.06, 18:47h, aktualisiert 27.10.06, 19:48h
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Elke Amft mit der fünfjährigen Collie-Hündin «Anna» und Jürgen Kapp, Einsatzleiter der Hundestaffel, machen sich in den Trümmern des Hauses auf die Suche nach Verschütteten. (MZ-Foto: Engelbert Pülicher)
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Bernburg/MZ. "Ich habe einen lauten Rums gehört und dachte, es sind die Container von gegenüber", schilderte eine Frau den Einsturz des Gebäudes am Donnerstagabend. In der Breiten Straße war nach Einbruch der Dunkelheit ein marodes Haus, in dem schon lange keiner mehr wohnt, in sich zusammen gesackt. Die Augenzeugin erzählte, sie wohne nur zwei Häuser weiter und habe die Erschütterungen des Einsturzes gespürt. "Als ich dann die Staubwolke sah, war mir klar, dass es das Haus von nebenan gewesen sein muss."
Es war fast noch ein lauer Sommerabend am Donnerstag. Doch das Lüftchen, das wehte, muss stark genug gewesen sein, um das marode Gebäude zum Einsturz zu bringen. "Der Wind hat das Haus wahrscheinlich zum Einsturz gebracht", bestätigte ein Sprecher der Bernburger Polizei, die selbst mit vor Ort war. Das Spektakel zog auch viele Schaulustige an. Vor allem für einige Kinder und Jugendliche war es spannend.
"Oh cool, da kracht gleich alles zusammen", freute sich ein Steppke, der sich mit einer Tüte voll Kartoffelchips auf einen aktionsreichen Abend eingestellt hatte. Gegen halb elf stiefelte er aber mit seinen drei Spielkameraden wieder davon, weil lange nichts passierte. Um diese Zeit warteten die Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr, die den Platz hell ausgeleuchtet hatten, noch auf die Hundestaffel aus Halle. Zwar stand das denkmalgeschützte Haus schon lange Zeit leer. Doch konnte nicht ausgeschlossen werden, dass sich Personen unter den Trümmern befinden. Daher wurde die Hundestaffel angefordert. Unter den Leuten hatte unterdessen längst das Gerücht die Runde gemacht, dass jemand unter dem Schutt liegen würde.
Glücklicherweise bestätigte sich dieser Verdacht nicht. Auch sonst seien keine Menschen zu Schaden gekommen, hieß es von Seiten der Polizei. "Mit dem Sicherungsabriss wird jetzt unverzüglich begonnen", sagte Reinhard Jeske, Mitarbeiter der Stadt Bernburg. Gefahr in Verzug habe schnelles Handeln erfordert. Sollten sich erhaltenswerte Teile, etwa besondere Steinstufen finden, werden diese geborgen.
Schon am Abend war vom Betriebshof und den Mitgliedern der Bernburger Feuerwehr um die Gefahrenstelle ein weiterer Bauzaun zur Sicherung gestellt worden.
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