43-jähriger Brandenburger ertrinkt im Bergwitzsee
Abendlicher Badeausflug endet tödlich - Schwierige Suche nach Opfer
VON Dirk Skrzypczak, 17.07.05, 18:37h, aktualisiert 17.07.05, 20:42h
Bergwitz/MZ. Die dramatischen Ereignisse des Abends lassen sich teilweise rekonstruieren. Gegen 21.30 Uhr war der 43-jährige Brandenburger am Sonnabend in Begleitung seines Sohnes und mehrerer Bekannter im Bergwitzsee schwimmen gegangen. "Etwa 20 Meter vom Ufer entfernt, hier ist der See etwa sieben Meter tief, soll der Mann gesagt haben, dass er nicht mehr könne. Dann war er verschwunden", berichtet Hauptkommissar Jens Westerkamp von der Polizeidirektion Dessau über den Ermittlungsstand. Eine Fremdbeteiligung könne man ausschließen, sagt der Beamte und blickt auf die trügerische Idylle des Sees, in dem Taucher der DLRG nach dem Opfer suchen - zunächst vergebens. Die Hoffnungen, den Verunglückten aus dem Landkreis Teltow-Fläming lebend zu bergen, waren schon gering, als Norbert Dieke, Taucheinsatzleiter der DLRG-Ortsgruppe Wittenberg, mit seinen Leuten in der Nacht zum Sonntag an dem Badestrand eintrifft. Bis gegen vier Uhr suchen die Taucher, unterstützt von freiwilligen Feuerwehren und einem Hubschrauber der Bundespolizei, bis an die Grenze der Erschöpfung nach dem Vermissten. "Wir hatten kurzzeitigen Kontakt, dann den Körper aber in der Dunkelheit und dem Gewirr aus Baumstümpfen und -ästen wieder verloren", schildert Dieke. Die psychische Belastung für die Taucher sei enorm. "In dem Moment, wo du abstumpfst, hast du die Achtung vor dem Leben verloren." Am rot-weißen Absperrband der Polizei wächst die Zahl der Neugierigen. "Ist das eine Übung?", will eine junge Frau wissen. Nein, bitterer Ernst. Ob sie angesichts der Tragödie überhaupt baden kann, zumal das Opfer noch nicht gefunden wurde? Achselzucken. Komisch sei es schon, meint sie. Andererseits könne man ja nichts mehr ändern. Wenige Meter weiter räkeln sich die Nacktbader wie selbstverständlich in der Sonne. Kinder planschen im 24 Grad Celsius warmen Wasser, der Eismann klingelt nach Kundschaft. Natürlich hat sich das Geschehen längst bis zum Campingplatz auf der gegenüber liegenden Uferseite herumgesprochen. "Die Gäste fragen natürlich, ob wir etwas wissen", erzählt Betreiber Marek Staginnus. Man gebe Auskünfte, so gut man kann. Gerüchte machen die Runde, dass der Verunglückte mehr oder weniger stark alkoholisiert gewesen sein soll. Bestätigen kann und will die Polizei diese Mitteilung nicht. Am Nachmittag wird die DLRG Halle um Hilfe gebeten. Mit Spürhunden und Tauchern soll die kleine Bucht weiter abgesucht werden. "Wir müssen unsere Tauchzeiten beachten. Deshalb werden auch Einsatzkräfte aus den Nachbarkreisen angefordert", so Dieke.
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