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 VON Michael Maul, 11.08.04, 19:45h, aktualisiert 21:21h
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 Mit vereinten Kräften zogen die Kameraden der Bitterfelder und Greppiner Wehr die großen Mengen Wasserpflanzen ans Goitzsche-Ufer. Dort wurden sie von einem Bagger an das Festland befördert. (MZ-Foto: Michael Maul)
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Bitterfeld/MZ. Der gerade erst frei gegebene Goitzsche-See hat wahrscheinlich sein erstes Todesopfer gefordert. Ein 18-jähriger Mann aus Holzweißig, der am Dienstagabend an der Bitterfelder Seite des Sees zum Schwimmen war, wird seit diesem Zeitpunkt vermisst. Gegen 18.30 Uhr informierten die Eltern des Jungen die Bitterfelder Feuerwehr, die gerade zu einer Übung am See war.
Was danach begann - und sich am Mittwoch fortsetzte -, war ein nervenaufreibender Kampf gegen die Zeit, die Algen und die Ungewissheit. Schon kurz nach Bekanntwerden des Verschwindens des jungen Mannes informierte die Feuerwehr die Kameraden der Wasserwacht, die sich sofort an Ort und Stelle begaben. Die eingesetzten Taucher der Wasserwacht suchten bis nach 22 Uhr, um eine Spur des Vermissten zu entdecken. Aber auch ein Hubschrauber der Polizei musste seinen Einsatz bei Einbruch der Dunkelheit abbrechen.
Am Mittwoch früh wurde die Suche nach dem Vermissten von den Kameraden der Wasserwacht, der Feuerwehr und auch der Wasserschutzpolizei fortgesetzt. Der zum zweiten Mal eingesetzte Hubschrauber, der mit einer Wärmebildkamera den See absuchte, konnte auch diesmal keine Spur des Verschwundenen entdecken.
Als besonders schwierig gestaltete sich die Suche im ufernahen Bereich. Der sehr starke Bewuchs mit den so genannten Armleuchter-Algen komplizierte die Arbeiten enorm. "Das Kraut steht da wie eine Wand", berichtete Klaus Gatter, der Leiter der Kreiswasserwacht.
Da man davon ausgehen konnte, dass sich der Vermisste in diesem Bereich befindet, wurde auch ein Bagger angefordert, der das Kraut aus dem Wasser hob. Bei diesen Arbeiten waren auch die Feuerwehrleute aus Greppin im Wasser aktiv. Sie versuchten, den starken Bewuchs mittels Seilen und Haken zu entfernen.
Am Nachmittag forderte die Einsatzleitung noch die Rettungshundestaffel der DLRG aus Halle an, die mit ihren vier Tieren den See absuchte. Diese schlugen zwar an einer Stelle an, ein Taucher konnte aber keine Person finden.
Betroffen von dem Unglücksfall zeigten sich Landrat Uwe Schulze (CDU), Bitterfelds Bürgermeister Werner Rauball (SPD) und der Leiter des Bitterfelder Polizeireviers Bernhard Diebl, die sich vor Ort ein Bild von den Rettungsarbeiten machten.
In der öffentlichen Stadtratssitzung am Abend informierte Rauball das Gremium auch darüber, dass der junge Mann vor drei Jahren einen epileptischen Anfall erlitten habe. Das habe sein Vater gegenüber Feuerwehrleuten gesagt. Ob sich daraus ein Zusammenhang zur Unfallursache ergibt, ist allerdings völlig ungewiss.
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